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Weihnachten ist Sockenzeit! Typischerweise besteht nämlich das Weihnachtsgeschenk für meinen Papa aus einem Paar selbstgestrickter Socken. Ebenfalls typischerweise gibt es Weihnachten aber erstmal nur das Versprechen und die Produktion zieht sich nicht selten bis weit ins neue Jahr hinein…

Noch schnell rechtzeitig vor der nächsten Produktion habe ich ein paar Socken für mich selbst fertiggestellt, die Herringbone Rib Socks.

Herringbone Rib Socks

Die Anleitung ist aus dem Buch “Knitting Socks with Handpainted Yarn”, das schon länger bei mir rumliegt und einige schöne Anleitungen enthält. Letztendlich war dies aber dann doch die erste, die ich auch in die Tat umgesetzt habe. Alle Anleitungen sind explizit für bunte Wolle geschrieben und setzen besonders auf die Harmonie von Wolle und Muster. “Handpainted yarn” oder “handgefärbte Wolle” ist ja schon lange ziemlich angesagt, aber einige Muster sehen auch schnell sehr bescheiden aus, wenn sie zu bunt werden… Auch diese Wolle (Shibui Knits Sock, Farbe “stone”), muß ich zugeben, hat mich etwas überrascht. Bei mylys gekauft, wirkte sie im Strang noch recht brav auf mich:

Shibui51302

Erst verstrickt ließ sie ihre wilde Seite raus. Man sieht es besonders gut an den glatt rechten Partien der Socke z.B. an den Zehen. Ehrlichgesagt ist mir das ein wenig zu bunt, obwohl ich die Farben an sich alle sehr schön finde  (und obwohl die Wolle sehr schön weich ist). Das gewählte Strickmuster war dann aber doch eine gute Möglichkeit, um mich mit der Wolle zu versöhnen. Das Herringbone-Muster, das fast horizontale “Spannfäden” aufweist, die durch überzogene Maschen entstehen, läßt die Ringelei ein bißchen verschwimmen und erinnert mich ein bißchen an Tweed.

Herringbone Rib Socks

(Leider sind die Fotos nicht so gut geworden…) Übrigens mußte ich ein bißchen tricksen: Eigentlich sollte das Herringbone-Muster an den Füßen, wie ja auch sonst üblich, nur oben auf dem Fußrücken fortgesetzt werden, die Sohle sollte glatt rechts gestrickt werden. Das habe ich auch gemacht, sah aber ganz bescheiden aus… Grund: Eine einzelne Runde verbrauchte dadurch wohl weitaus weniger Wolle als bisher, was zu einer ganz anderen Optik führte. Es entstand das berühmt-berüchtigte “Pooling” und die einzelnen Farbstreifen wurden viel dicker als das am Schaft der Fall war. Sah erstens sowieso doof aus und zweitens eben auch anders als im oberen Bereich der Socke. Also habe ich ein bißchen improvisiert, den Spickel glatt links gestrickt und das Muster komplett über den Fuß laufen lassen. Massiert jetzt auch schön beim Gehen ;-)

Herringbone Rib Socks

Mehr gibt es wie immer bei Ravelry.

So, nun ist auch endlich mal das laaaang angekündigte Großprojekt fotografiert worden. Eis und Schnee sind voll okay dank eines neuen, warmen Pullis:

o-w-l-s

Die Anleitung wird wahrscheinlich wirklich jeder schon kennen: Es ist o-w-l-s von Kate Davies, die übrigens auch einen sehr interessanten Blog hat. Wahnsinn, zur Zeit zählt allein Ravelry über 3500 Versionen weltweit von dieser einen Anleitung, neulich habe ich sogar schon eine in der Mensa gesehen! Wer hätte gedacht, daß Leute so auf Eulen stehen?

o-w-l-s

Für meine Version habe ich eine sehr schöne dicke und auch total kuschlige Wolle gefunden, nämlich die Mille II von Lana Grossa. Gerade was Rollkragen angeht, bin ich ein bißchen empfindlich, aber durch einen Acryl-Anteil ist die Wolle sehr angenehm zu tragen. Pilling ist bislang nur leicht vorhanden, eine Runde in der Waschmaschine hat der Pulli super überstanden und die Optik gefällt mir auch ziemlich gut. Zudem ist die Wolle gar nicht mal so teuer (3,50€ pro 50g-Knäuel). Für dickere Winterpullis also vielleicht ein Geheimtipp?

o-w-l-s

Bei diesem Pulli habe ich das erste Mal bei einem größeren Projekt relativ viel an der Anleitung geändert, vor allem, um eine gute Paßform hinzukriegen. Der Pulli ist relativ lang und für den unteren Teil war die Wahl der zweitkleinsten Größe ganz gut. Dann wurde mir der Pulli aber doch zu weit, so daß ich mir selber Zu- und Abnahmen überlegt habe. Die Abnahmen habe ich dabei auch an der Rückseite gearbeitet, die Zunahmen habe ich dann jedoch an die Seiten verlagert. Laut Original sollen auch diese auf dem Rücken erfolgen, was sicher auch gut klappt, wenn der ganze Pulli sehr straff sitzt und dann alles von alleine dahin gezogen wird, wo es benötigt wird ;-) Bei mir sorgte der erste Versuch aber nur für komische Beulen, also die neue Variante. Außerdem habe ich noch einen Rollkragen hinzugefügt, alles so ein bißchen nach Gefühl… Dadurch, daß man mit der dicken Wolle und den großen Nadeln so schnell voran kam, hatte ich immer die nötige Motivation, um ein bißchen rumzuprobieren, denn etwas Aufribbeln war ja nicht schlimm. Mit dem Ergebnis bin ich jetzt sehr zufrieden – der erste Pulli in perfekter Miss-Sophie-Form! :-)

o-w-l-s

Heute habe ich dann endlich auch noch einen Fotografen gefunden und ein still verschneiter See bot eine perfekte Kulisse. Bei den Minusgraden durfte der Pulli dann auch mal richtig zeigen, was er kann. Fazit: Die Anleitung kann ich nur empfehlen (mittlerweile kostet sie eine Kleinigkeit, die sich aber lohnt) und ich kann mir vorstellen, daß ich sie noch öfter als Grundlage für andere Pullis heranziehen werde. Aber für diesen Winter habe ich jetzt erstmal einen neuen Lieblingspulli gefunden.

o-w-l-s

Mehr wie immer auf Ravelry.

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