Weihnachten ist Sockenzeit! Typischerweise besteht nämlich das Weihnachtsgeschenk für meinen Papa aus einem Paar selbstgestrickter Socken. Ebenfalls typischerweise gibt es Weihnachten aber erstmal nur das Versprechen und die Produktion zieht sich nicht selten bis weit ins neue Jahr hinein…

Noch schnell rechtzeitig vor der nächsten Produktion habe ich ein paar Socken für mich selbst fertiggestellt, die Herringbone Rib Socks.

Herringbone Rib Socks

Die Anleitung ist aus dem Buch „Knitting Socks with Handpainted Yarn“, das schon länger bei mir rumliegt und einige schöne Anleitungen enthält. Letztendlich war dies aber dann doch die erste, die ich auch in die Tat umgesetzt habe. Alle Anleitungen sind explizit für bunte Wolle geschrieben und setzen besonders auf die Harmonie von Wolle und Muster. „Handpainted yarn“ oder „handgefärbte Wolle“ ist ja schon lange ziemlich angesagt, aber einige Muster sehen auch schnell sehr bescheiden aus, wenn sie zu bunt werden… Auch diese Wolle (Shibui Knits Sock, Farbe „stone“), muß ich zugeben, hat mich etwas überrascht. Bei mylys gekauft, wirkte sie im Strang noch recht brav auf mich:

Shibui51302

Erst verstrickt ließ sie ihre wilde Seite raus. Man sieht es besonders gut an den glatt rechten Partien der Socke z.B. an den Zehen. Ehrlichgesagt ist mir das ein wenig zu bunt, obwohl ich die Farben an sich alle sehr schön finde  (und obwohl die Wolle sehr schön weich ist). Das gewählte Strickmuster war dann aber doch eine gute Möglichkeit, um mich mit der Wolle zu versöhnen. Das Herringbone-Muster, das fast horizontale „Spannfäden“ aufweist, die durch überzogene Maschen entstehen, läßt die Ringelei ein bißchen verschwimmen und erinnert mich ein bißchen an Tweed.

Herringbone Rib Socks

(Leider sind die Fotos nicht so gut geworden…) Übrigens mußte ich ein bißchen tricksen: Eigentlich sollte das Herringbone-Muster an den Füßen, wie ja auch sonst üblich, nur oben auf dem Fußrücken fortgesetzt werden, die Sohle sollte glatt rechts gestrickt werden. Das habe ich auch gemacht, sah aber ganz bescheiden aus… Grund: Eine einzelne Runde verbrauchte dadurch wohl weitaus weniger Wolle als bisher, was zu einer ganz anderen Optik führte. Es entstand das berühmt-berüchtigte „Pooling“ und die einzelnen Farbstreifen wurden viel dicker als das am Schaft der Fall war. Sah erstens sowieso doof aus und zweitens eben auch anders als im oberen Bereich der Socke. Also habe ich ein bißchen improvisiert, den Spickel glatt links gestrickt und das Muster komplett über den Fuß laufen lassen. Massiert jetzt auch schön beim Gehen 😉

Herringbone Rib Socks

Mehr gibt es wie immer bei Ravelry.

So, nun ist auch endlich mal das laaaang angekündigte Großprojekt fotografiert worden. Eis und Schnee sind voll okay dank eines neuen, warmen Pullis:

o-w-l-s

Die Anleitung wird wahrscheinlich wirklich jeder schon kennen: Es ist o-w-l-s von Kate Davies, die übrigens auch einen sehr interessanten Blog hat. Wahnsinn, zur Zeit zählt allein Ravelry über 3500 Versionen weltweit von dieser einen Anleitung, neulich habe ich sogar schon eine in der Mensa gesehen! Wer hätte gedacht, daß Leute so auf Eulen stehen?

o-w-l-s

Für meine Version habe ich eine sehr schöne dicke und auch total kuschlige Wolle gefunden, nämlich die Mille II von Lana Grossa. Gerade was Rollkragen angeht, bin ich ein bißchen empfindlich, aber durch einen Acryl-Anteil ist die Wolle sehr angenehm zu tragen. Pilling ist bislang nur leicht vorhanden, eine Runde in der Waschmaschine hat der Pulli super überstanden und die Optik gefällt mir auch ziemlich gut. Zudem ist die Wolle gar nicht mal so teuer (3,50€ pro 50g-Knäuel). Für dickere Winterpullis also vielleicht ein Geheimtipp?

o-w-l-s

Bei diesem Pulli habe ich das erste Mal bei einem größeren Projekt relativ viel an der Anleitung geändert, vor allem, um eine gute Paßform hinzukriegen. Der Pulli ist relativ lang und für den unteren Teil war die Wahl der zweitkleinsten Größe ganz gut. Dann wurde mir der Pulli aber doch zu weit, so daß ich mir selber Zu- und Abnahmen überlegt habe. Die Abnahmen habe ich dabei auch an der Rückseite gearbeitet, die Zunahmen habe ich dann jedoch an die Seiten verlagert. Laut Original sollen auch diese auf dem Rücken erfolgen, was sicher auch gut klappt, wenn der ganze Pulli sehr straff sitzt und dann alles von alleine dahin gezogen wird, wo es benötigt wird 😉 Bei mir sorgte der erste Versuch aber nur für komische Beulen, also die neue Variante. Außerdem habe ich noch einen Rollkragen hinzugefügt, alles so ein bißchen nach Gefühl… Dadurch, daß man mit der dicken Wolle und den großen Nadeln so schnell voran kam, hatte ich immer die nötige Motivation, um ein bißchen rumzuprobieren, denn etwas Aufribbeln war ja nicht schlimm. Mit dem Ergebnis bin ich jetzt sehr zufrieden – der erste Pulli in perfekter Miss-Sophie-Form! 🙂

o-w-l-s

Heute habe ich dann endlich auch noch einen Fotografen gefunden und ein still verschneiter See bot eine perfekte Kulisse. Bei den Minusgraden durfte der Pulli dann auch mal richtig zeigen, was er kann. Fazit: Die Anleitung kann ich nur empfehlen (mittlerweile kostet sie eine Kleinigkeit, die sich aber lohnt) und ich kann mir vorstellen, daß ich sie noch öfter als Grundlage für andere Pullis heranziehen werde. Aber für diesen Winter habe ich jetzt erstmal einen neuen Lieblingspulli gefunden.

o-w-l-s

Mehr wie immer auf Ravelry.

Bevor ich hoffentlich bald Fotos von einem gerade trocknenden Großprojekt präsentieren kann, reiche ich noch schnell ein paar Socken nach, die schon länger fertig sind. Die bereits im vorigen Post erwähnten Saviano-Socken.

Saviano I

Es war ziemlich schwierig, von dem filigranen Muster gute Fotos zu machen. Im Zweifelsfall erkennt man wahrscheinlich auf den Fotobox-Aufnahmen aus dem vorigen Post mehr, aber insgesamt sind die Aufnahmen, gemacht im Neuen Botanischen Garten an der Uni Göttingen (Abteilung: Alpengarten, oder so…), vielleicht doch etwas stimmungsvoller. Kurz darauf habe ich übrigens noch eine Eidechse erwischt, die an diesem sehr sonnigen September-Tag richtig munter war.

Saviano II

Auch die Farbe ist auf den Fotos vielleicht etwas zu quietschblau, in Wirklichkeit kommt es dem Farbnamen „Jeans“ schon erheblich näher. Allerdings ist die Kombination mit genannten Beinkleidern vielleicht doch nicht so günstig, weil die Blautöne ja nie so ganz gleich sind. Das Stricken nach der Anleitung hat Spaß gemacht, auch wenn ich ein bißchen tricksen mußte, damit die Socken passen. Eigentlich ist die Anleitung für dickere Wolle geschrieben, also habe ich nach Größe L gestrickt, meine Füße sind aber eher Größe XS/S. Außerdem habe ich ein paar mehr Wiederholungen als eigentlich angegeben gestrickt, sowohl am Fuß als auch am Schaft. Da Toe-Up gestrickt wurde, konnte ich ja ganz gut überlegen, wie lang ich die Strümpfe stricke, also habe ich mal wieder kuschelig hoch gestrickt und dabei noch ein paar Maschen zugenommen, damit es an den Waderln nicht spannt. Insgesamt ist allerdings trotzdem noch einiges an Wolle übriggeblieben.

Saviano III

Beim Zunehmen der Maschen am Spickel kannte ich übrigens noch nicht diese tolle Anleitung von Ingrid und die Zunahmen sind nicht ganz perfekt geworden. Ich glaube, es liegt daran, daß ich die Maschen nicht verschränkt gestrickt habe… Aber nächstes Mal wird das natürlich besser! 😉 Insgesamt bin ich mit den Socken sehr zufrieden (insbesondere ist die Wolle super, meine kleinen Käsetapsen freuen sich immer über einen Bambusanteil bei Sockenwolle), obwohl das fisselige Muster in einer etwas dickeren und noch einheitlicheren Wolle wahrscheinlich noch besser rausgekommen wäre.

Mehr gibt es wie immer bei Ravelry.

Kürzlich habe ich mal wieder bei sheepaints zugeschlagen und einen Strang „Silkbamboo“ in der Farbe „Jeans“ ergattert. Diese Qualität habe ich vor einiger Zeit schon mal verarbeitet und es sind echte Lieblingssocken draus geworden. Die Wolle fühlt sich vor allem sehr angenehm auf der Haut an und sorgt auch für ein gutes Fußklima 😉

Lustigerweise habe ich das Gefühl, daß dieser Strang aber noch sehr viel weicher und seidiger ist als der letzte – naja, Garne sind ja auch Naturprodukte und beklagen will ich mich darüber natürlich nicht. Auf der Suche nach einem geeigneten Muster bin ich in meiner Ravelry-Queue auch flott fündig geworden (naja, mehr als fündig, dort finden sich bereits 80 Sockenmuster, die ich alle irgendwann mal zu meinen Favoriten hinzugefügt habe. So viel kann ich doch niemals stricken!). Da ich die Anleitungen von Yarnissima immer sehr spannend fand und diese außerdem umsonst auf knitty.com zu finden war, habe ich mich für Saviano entschieden.

Saviano

Gestrickt wird „toe up“, wobei schon der Zehenbereich durch das durchgehende Rippenmuster mal was anderes ist. Die Zöpfchen selber sind einfacher als sie aussehen, verschränkte Maschen lassen das Muster besonders plastisch wirken. Weil mein Garn viel dünner ist und meine Nadelstärke kleiner, arbeite ich ungefähr nach Größe M / L, was ganz gut hinkommt für meine 36er-Treter. Die Socken sitzen ein bißchen straff, dadurch erkennt man das Muster aber auch viel besser (also alles gewollt, ähem…). Die Fersenkonstruktion ist wie bei vielen anderen Socken von Yarnissima mit einem glatt links gestrickten Zwickel, verkürzten Reihen für die Fersenrundung und dem anschließenden Zusammenstricken der Zwickelmaschen mit der hinteren Fersenrückwand. Klingt kompliziert, ist aber gut beschrieben, gibt bei mir überhaupt keine Löcher und sitzt an meinem kleinen Bumerangfersen-inkompatiblen Hacken einfach nur super. 🙂

Saviano

Mehr dazu auf Ravelry und ausführlicher Bericht folgt natürlich, wenn sie fertig sind.

Eigentlich bin ich gar kein so großer See-Fan, muß ich zugeben. Ich gehe nicht so gerne schwimmen und an Wasser hat mir die Elbe vor der Haustür meiner Eltern immer gereicht. Die ist schön übersichtlich, man hat auch einen kleinen Sandstrand und es ist vor allem nicht so voll wie an Nord- und Ostsee.

Als ich bei dem (damals:) einmaligen Ladenevent von mylys.de den wunderschönen 100%-Merino-Strang von Lollipop.yarns in der Farbe  „Nordsee“ gesehen habe, mußte ich trotzdem zuschlagen: Grau und Blau, genau meine Farben. Ein Strang von 100g schien erstmal nicht schlecht, aber für Socken dann doch zu schade. Hmm, vielleicht ein Handschuh? Aber schnell war klar, daß es da mit 100g viel zu knapp wird. Also bei der unglaublich netten Shopownerin Naima nachgefragt, denn online war die Wolle schon ausverkauft. Tatsächlich gab es noch einen Strang, den sie für mich besorgte und mir ratzfatz zuschickte. Und dann die Enttäuschung: Die Wolle war für meine geplanten Handschuhe leider viel zu dick… Kurzerhand machte ich mich auf die Suche nach einer neuen Verwendung und fand etwas, auf das die Wolle nur gewartet hatte 😉

Den Foggy Seas Scarf.

Wo die Nordseewellen... 1

Also, bitte: Die Wolle heißt „Nordsee“, die Anleitung heißt „Foggy Seas“. In solchen Momenten pflege ich zu sagen: „Das paßt wie A…. auf Eimer!“ 😉 200g Merino wurden nun darin vernudelt, das hat natürlich eine gewisse Tendenz dazu, sich etwas in die Länge zu ziehen. Muß ich im Winter also ein bißchen aufpassen, daß ich mich mit meinem kleinem Monsterschal nicht dauernd irgendwo festtütel. Aber das Muster finde ich einfach richtig schick, paßt gut zur Wolle und das Stricken hat großen Spaß gemacht.

Wo die Nordseewellen... 2

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Mitten im eisigkalten Januar hatte ich angefangen, mir ein richtig warmes Jäckchen zu stricken. Und nun, drei Monate später, an den ersten fast schon sommerlichen Tagen, ist es auch endlich fertig geworden. Mein Icelandic Star:

Icelandic Star 4

Die Anleitung ist aus der Interweave Knits Winter 09, und als Wolle habe ich die dort empfohlene Lett-Lopi genommen (in Amerika heißt die „Reynold’s Lopi“), die ich beim Islandwolle-Versand bestellt habe. Günstiger kann man einen Pullover aus 100% Wolle kaum selber stricken – bei einem Knäuelpreis von 2,95 Euro liegen die Materialkosten bei gerade mal 24 Euro, dazu kommen noch die Knöpfchen. Für so einen Preis kann man natürlich keine Merino-Qualität erwarten, und bei Islandwolle weiß ja eigentlich auch jeder, was ihn erwartet. Die Farben fand ich richtig toll, schön intensiv, aber trotzdem natürlich und leicht meliert. Hautkontakt mit der Wolle habe ich eigentlich nur am Ärmelbündchen, mehr könnte ich kleine Kratz-Juck-Pimperliese auch nicht vertragen.

Icelandic Star 5

Die Konstruktion der Jacke ist relativ einfach, alles wird ganz ohne Nähte gestrickt! Man schlägt zunächst unten am Bündchen an, strickt dann in Hin- und Rückrunden bis zu den Achseln hoch und strickt dann erstmal separat die beiden Ärmel in Runden, wieder bis Achselhöhe. In einer großen „Joining“-Runde werden dann zunächst die Maschen von einer Vorderseite gestrickt, dann über (fast alle) Maschen von einem Ärmel, als nächstes über den Rücken, und zuletzt kommt noch der andere Ärmel und dann die andere Seite. Die Unmengen von Maschen werden dann in der „Yoke Section“ durch Abnahmen dezimiert, bis man am Halsausschnitt ankommt. Nur ein paar stillgelegte Maschen unter den Achseln müssen dann noch mit Kitchener-Stitch verbunden werden. Die Knopfleiste wird separat angestrickt. Ganz zum Schluß werden noch kleine Sternchen aufgestickt. Das hat zwar recht lange gedauert, aber auch Spaß gemacht.

Icelandic Star 1

Ich kann die Jackenanleitung nur unbedingt empfehlen, auch wenn man nicht viel Erfahrung mit mehrfarbigem Stricken hat. Es sind nur kleinere Teile der Jacke, die mehrfarbig gestrickt werden. Einzig und allein etwas gewöhnungsbedürftig ist das Stricken in Hin- und Rückrunden, so daß man sowohl rechte als auch linke Maschen in den Farbenteilen stricken muß. Dafür unterstützt einen die Wolle aber nach Kräften: Da sie überhaupt nicht rutschig ist, fand ich es recht einfach, die richtige Fadenspannung zu behalten und weder zu fest noch zu lose zu stricken. Übrigens gebe ich zu, daß ich mehrfarbig immer in der „Farbe-aufnehm-und-dann-wieder-wegwerf“-Technik zu stricken. Das dauert zwar lange, liefert aber einfach die besten Ergebnisse bei mir. Und nun warte ich auf den nächsten Winter! 🙂

Icelandic Star 3

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Ein Ein-Tages-Projekt ist gestern fertig geworden: Ein Geschenk für meinen Kollegen, seines Zeichens Apple-Fan und Apfelesser. Was liegt denn da näher als ein Apple-cozy?!?

apple cozy 1

Zum Glück habe ich immer reichlich Baumwolle in allen möglichen Farben zu Hause rumliegen, die wurde dann mit Nadelstärke 3,5 verstrickt. Die Anleitung findet sich hier, an die genauen Maßvorgaben habe ich mich nicht so hundertprozentig gehalten. Das Logo wollte ich zuerst als Intarsie einarbeiten, dadurch konnte ich aber nicht mehr in der Runde stricken, was erstens umständlich war und zweitens auch sowieso mistig aussah… Also wurde erst der gesamte Cozy gestrickt und dann das Bildchen aufgestickt, was erstaunlich schnell ging. Eine passende Vorlage habe ich mir hier erstellt – ein praktisches Tool! Allerdings stricke ich wohl irgendwie komisch, denn normalerweise trägt dieses Tool schon dem Umstand Rechnung, daß Maschen höher sind als breit. Würde man das nicht beachten und einfach auf Karopapier zeichnen, würde das fertige Bild seltsam in die Länge gedehnt aussehen. Meine Maschen sind aber wohl irgendwie fast schon breiter als hoch? Jedenfalls habe ich dann doch auf die Karolösung zurückgegriffen und finde immer noch, daß der Apfel ein bißchen in die Breite geht. Nächstes Mal würde ich wohl die „landscape“-Option auf der Seite nehmen, obwohl die nicht dafür gedacht ist. Naja, es können nicht alle Maschen gleich sein, sage ich ja immer 😉

Wenn man sich erstmal damit angefreundet hat, daß eigentlich jeder Apfel gerne einen warmen Mantel hätte, dann ist das vielleicht eine ganz praktische Last-Minute-Geschenkidee. Wenn man auf Verzierungen und Firlefanz verzichtet, kriegt man den Cozy sicher in einer Stunde hin. Apropos Mäntelchen, es ist ja wirklich kalt in Deutschland – der Apfel hat auch schon ganz rote Bäckchen! 🙂

apple cozy 2

Mehr, wie immer, auf Ravelry.

Pünktlich zu den gerade wieder einsetzenden winterlichen Temperaturen habe ich ein neues warmes Mützchen fertiggestrickt:

Selbu 3

Die Anleitung für den „Selbu modern“ gibt es kostenlos im Netz und man findet sie hier. Eigentlich habe ich den nur angeschlagen, weil ich noch allerhand Alpaca-Silk von meinem Silk-Cocoon-Cardigan übrig hatte und Alpaka ja schön warm ist. Als Kontrastfarbe habe ich einen Teil meiner in Denver gekauften Pagewood Farm Sockenwolle verwendet. Die beiden Brauntöne passen ganz gut zusammen, haben aber noch genügend Kontrast, um das Einstrickmuster erkennen zu lassen. Leider schaffe ich es einfach nicht, beidhändig zu stricken, d.h. eine Farbe mit der linken und die andere mit der rechten Hand zu führen. Das würde wahnsinnig viel Zeit sparen, aber ich kriege damit die Fadenspannung einfach nicht auf die Reihe. Stattdessen mußte ich jedes Mal den Faden wechseln, d.h. neu über Hand und Finger tüteln. Das dauert natürlich, auch bei einer kleinen Mütze, ziemlich lange, dafür kann man aber die Fadenspannung sehr gut regulieren.

Selbu

Von der Mützenform war ich erst gar nicht so überzeugt, das ist ja doch ein ganzer Haufen Wolle für einen kleinen Schädel, dachte ich mir. Nach dem Zusammenstricken der letzten Maschen sah das Ding auch erstmal einfach nur wie eine viel zu große Mütze aus. Na gut, Zeit für meine Geheimwaffe: Einen Teller! Da wurde die Riesenmütze erstmal drüber gezogen und dann ging es für ein Weilchen in ein warmes Bad. Nach dem Rausnehmen noch mal gerade und glattziehen und dann gemütlich trocknen lassen. Was für ein Effekt! Jetzt sitzt die Mütze ganz gut und sie bietet auch noch genügend Platz, um einen Pferdeschwanz oder einen Dutt bequem unterzubringen.

Selbu 4

(Das im Hintergrund ist übrigens kein Atompilz, sondern nur die untergehende Sonne…) Natürlich sind Alpaka und Seide keine besonders gute Wahl für das Bündchen der Mütze gewesen, das schon sehr schnell ausleierte und zu kalten Öhrchen führte. Aus dem Grund habe ich mir elastischen Nähfaden gekauft und einfach einmal von innen am Bündchen angehäkelt. Von außen unsichtbar und die Mütze schließt jetzt wieder luftdicht ab ;-).

Selbu 2

Fazit: Das Stricken hat Spaß gemacht und das Ergebnis gefällt mir sehr gut! Mehr gibt es wie immer bei Ravelry.

Nach einem größeren Projekt nun wieder etwas Kleines, und zwar Socken nach einer Anleitung aus dem Buch „Sock Innovation“ von Cookie A. Das Buch kann ich nur empfehlen, es gibt dort Socken für jeden Geschmack, alle insgesamt eher anspruchsvoll zu stricken und am besten geeignet für solid und semi-solid Sockenwolle, also einfarbig oder nur leicht meliert. Einige Muster sehen wirklich wie kleine Kunstwerke aus, mit komplizierten Mustern aus Zöpfen und verschränkten Maschen. Auf Ravelry kann man einen Blick auf alle Anleitungen werfen. Einen recht großen Teil machen auch die Technikseiten aus, die das Entwerfen eigener Socken lehren. Dabei liegt der Schwerpunkt allerdings eher auf dem Design, z.B. der Wahl eines geeigneten Musters und dem Zusammenspiel der einzelnen Sockenteile, und etwas weniger auf der reinen Stricktechnik. Verschiedene Arten für das Stricken der Ferse oder die Möglichkeit, die Socken auch von unten nach oben zu stricken, sucht man hier leider vergebens. Trotzdem sind die Hinweise nützlich, z.B. wenn man die Socken in einer anderen Größe stricken möchte.
Ich persönlich kaufe mir solche Bücher sowieso meistens nur wegen der Anleitungen, die ich am liebsten einfach dumpf nachstricke. Irgendwie habe ich auch das Gefühl, wenn ich wirklich mal selber Socken „entwerfen“ möchte, wird es für mich einfacher sein, ganz von vorne anzufangen und einfach selber herumzuprobieren, als verschiedene Rezepte von anderen Leuten zu befolgen.

Lange Vorrede, hier ist nun das Ergebnis, leider ist die Aufnahme nicht sooo aussagekräftig:

Milo 1

Da ich diese Socke im Schwedenurlaub angefangen habe, habe ich mich für ein vergleichsweise einfaches Muster, nämlich Milo, entschieden. An Wolle hatte ich noch ganz normale Regia vierfach bei mir rumliegen und Nadelstärke ist 2,5 mm. Das Muster ist relativ einfach zu merken und greift im Design das gleich Motiv von zusammen- und auseinanderlaufen Zöpfen einmal in einer „dicken“ Version (hinten auf der Wade, im Bild rechts) und einer „dünnen“ Version (vorne und auf dem Fuß) auf. Eine nette Idee und notfalls auch für Herrensocken geeignet, finde ich. Da ich es einfach nicht geschafft habe, vernünftige Bilder von der Socke hinzukriegen, habe ich ein bißchen mit Modellbaufigürchen rumgespielt, die ich gerade bei mir liegen hatte:

Milo 3
Expedition auf den Mount Milo 😉

Milo 2

Mehr gibt es wie immer bei Ravelry.

Und wieder einmal ist etwas fertig geworden. Ja, ja, das dauert immer ewig, bis ich hier mal was poste, aber ich frickel halt gerne an größeren Teilen rum, die ewig dauern, und eh die dann auch noch mal fotografiert sind…

SilkCocoon3

Das ist der Silk Cocoon Cardigan, die Anleitung ist aus der Interweave Knits Spring 2009. Wie hier schon erwähnt, habe ich die Wolle bei meiner Reise nach Denver gekauft, allerdings war es dann – oh Schreck!- doch zu wenig. Während die Wolle vor Ort noch ein ziemliches Schnäpchen war, sorgte die Nachbestellung per Online-Dealer dann leider doch dafür, daß dieses Projekt nicht ganz billig wurde. 80% Alpaka und 20% Seide haben eben ihren Preis, fühlen sich aber auch wirklich himmlisch kuschelig an! Außerdem filzt und fusselt die Wolle überhaupt nicht, d.h. Misti Alpaca Suri & Silk ist in meinen Augen eine echte Empfehlung für ein edles Lieblingsstück. Nur die Farbe finde ich im Nachhinein nicht so super, so ein ganz dunkles Braun paßt z.B. nicht so gut zu Jeans, finde ich.

SilkCocoon5

Dieser Cocoon-Stitch hat ziemlich Spaß gemacht, obwohl ich immer eine kleine Häkelnadel hinterm Ohr hatte, um fünf Maschen gleichzeitig zusammenzustricken. Aber das Ergebnis macht sich sehr gut auf dem ansonsten schlichten Wrap, finde ich.

SilkCocoon4

Ansonsten sind Wraps ja wirklich praktisch, da muß die Paßform zumindestens an Hüfte und Taille ja gar nicht so hundertprozentig sein und man zurrt es eben ein wenig zurecht. Die angestrickten Benzel neigen leider ein wenig dazu, sich in die Länge zu ziehen, da sowohl Alpaka als auch Seide ja sehr unelastisch sind. Aber dann macht man die Schleife eben ein wenig größer, ist ja kein Problem ;-).

SilkCocoon1

Psssst, auf dem Bild ist übrigens ein Fehler! Wer findet ihn? Auflösung: In echt bin ich Linkshänderin, aber hätte ich mich anders gedreht, hätte man ja die Schleife nicht gesehen. Die hübschen Formeln stammen auch eh von meinem Kollegen, mein eigenes Gekrakel kann man nur unten an dem Miezekatzen-Integral sehen.

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